Verbändedialog zur Landtagswahl 2026

Bericht zur Veranstaltung vom 11. Juni 2026

Der Verbändedialog zur Landtagswahl 2026 am 11. Juni 2026 im Elbwerk Magdeburg hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß der Gesprächsbedarf zwischen Wirtschaft und Politik in Sachsen-Anhalt derzeit ist. Rund 130 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, zentrale Zukunftsfragen des Landes mit politischen Vertretern direkt zu diskutieren, nachzufragen und im Anschluss persönliche Gespräche zu führen.

Veranstalter des Verbändedialog 2026 und die poltischen Vertreter, sowie der Moderator Stefan Bernschein (MDR)

Austausch mit klaren Positionen

Unter dem Titel „Schlagabtausch der Spitzenkandidaten – Perspektiven für Sachsen-Anhalt“ hatten die Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände Sachsen-Anhalts zu einem gemeinsamen Austausch eingeladen. Mit dabei waren Prof. Dr. Armin Willingmann, Dr. Lydia Hüskens und Ulrich Siegmund. Der angekündigte Sven Schulze wurde durch Guido Heuer vertreten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Stefan Bernschein (MDR).

Besonders prägend war die klare Sprache der politischen Vertreter. Nach dem Eindruck vieler Teilnehmer wurden Fehler und Versäumnisse der vergangenen Jahre offen angesprochen. Zugleich wurde deutlich, dass die Regierungsparteien Handlungsbedarf erkennen und an konkreten Änderungen arbeiten. Insgesamt vermittelte die Diskussion aber auch das Bild, dass die Koalition an vielen Stellen bereits an Lösungen arbeitet und ihre Arbeit grundsätzlich als handlungsfähig darstellen konnte.

Ebenso spürbar war, dass die AfD aktuell politischen Rückenwind wahrnimmt und mit entsprechend hohem Selbstbewusstsein in die Debatte ging.

Das Podium, Guido Heuer, Prof. Dr. Armin Willingmann, Dr. Lydia Hüskens und Ulrich Siegmund mit Moderator Stefan Bernschein

Zentrale Themen der Diskussion

Im Mittelpunkt der Diskussion standen insbesondere folgende Themen:

  • Bildung
  • Fachkräftegewinnung und Fachkräftebindung
  • Bürokratieabbau
  • Standortentwicklung Sachsen-Anhalt

Dabei wurde deutlich, dass viele Herausforderungen von allen Beteiligten gesehen werden, die Wege zur Lösung jedoch teils deutlich auseinandergehen. Die Diskussion blieb dennoch über weite Strecken sachlich, konkret und nah an den praktischen Fragen der Unternehmen.

Nachfragen aus dem Publikum

Konkrete politische Linien

CDU und SPD machten deutlich, dass sie die Verwaltungsreform schnellstmöglich umsetzen möchten, um Verfahren zu beschleunigen und Unternehmen sowie Bürger nachhaltig zu entlasten.

Die FDP brachte unter anderem die Idee ein, Teile Sachsen-Anhalts zu einer Sonderwirtschaftszone weiterzuentwickeln, um Investitionen, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit gezielt zu stärken.

Die AfD formulierte den Anspruch, künftig alleinige Regierungsverantwortung zu übernehmen, um aus ihrer Sicht politische Ziele ohne Koalitionskompromisse umsetzen zu können.

Die Parteien in der Diskussion und beim Schlagabtausch

Impulse aus der Wirtschaft

Claudius Borgmann, Vorstandsmitglied des BDS, brachte sich als Sprecher der Wirtschaft aktiv in die Diskussion ein und warb für einen stärkeren Blick auf erfolgreiche Modelle außerhalb Deutschlands. Er formulierte dazu:

„Wie Unternehmer sollten auch die Spitzenpolitiker sich an Best-Practice Lösungen aus anderen Ländern orientieren. So ist z.B. ganz Polen seit 2016 eine Sonderwirtschaftszone und in Argentinien werden täglich im Durchschnitt 3 Gesetze ersatzlos gestrichen.“

Stimmen aus der Wirtschaft

Wilfried Stammwitz, stellvertretender Landesvorsitzender, ergänzte mit Blick auf die angekündigte Verwaltungsreform:

„Sehr sinnvoll, aber nur, wenn damit Doppelstrukturen abgebaut, Prozesse verschlankt und beschleunigt (Bürokratieabbau) sowie Personalkosten gespart werden. Und das schnell.“

Blick auf die Veranstaltung

Hohe Beteiligung und intensiver Dialog

Die Stimmung vor Ort war gut, die Beteiligung hoch und die Diskussion von vielen konkreten Nachfragen geprägt. Der Verbändedialog war damit kein reiner Pflichttermin, sondern ein lebendiges Format mit erkennbarem Interesse an Inhalten und Lösungen.

Auch im Anschluss wurde das Angebot zum Gespräch intensiv genutzt. Die Diskussionen und persönlichen Begegnungen wurden sehr gut angenommen. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, Themen zu vertiefen, Positionen einzuordnen und direkte Kontakte zu politischen Vertretern sowie zu anderen Unternehmern zu knüpfen.

Der Beitrag des BDS Sachsen-Anhalt

Für den BDS Sachsen-Anhalt als Mitveranstalter war der Verbändedialog ein wichtiges Signal. Als Stimme der Selbständigen in Sachsen-Anhalt ist es unser Anspruch, Plattformen zu schaffen, auf denen Mitglieder und Unternehmer direkt mit Politik ins Gespräch kommen.

Genau das ist an diesem Nachmittag gelungen. Neben den aktuellen Herausforderungen für Unternehmen wurden auch Wahl- und Regierungsprogramme der Parteien teilweise detailliert besprochen und aus unternehmerischer Sicht eingeordnet. Der BDS brachte sich dabei sowohl als Mitveranstalter als auch als Gesprächspartner für die Anliegen der Selbständigen und Unternehmer im Land ein.

Wilfried Stammwitz (Stellvertretender Landesvorsitzender) und Ralph Hollritt (Landesvorsitzender)

Fortsetzung eines bewährten Formats

Der Verbändedialog 2026 knüpft an frühere Formate an und zeigt erneut, wie wichtig ein offener, sachlicher und zugleich klarer Austausch zwischen Wirtschaft und Politik ist. Der intensive Zuspruch bestätigt aus Sicht der Veranstalter die Relevanz des Formats. Eine Fortsetzung ist daher folgerichtig.

Initiatoren des Verbändedialogs

  • Baugewerbe-Verband Sachsen-Anhalt
  • AVW – Allgemeiner Arbeitgeberverband der Wirtschaft für Sachsen-Anhalt e.V.
  • BDS. Bund der Selbständigen / DGV. Deutscher Gewerbeverband Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.
  • Landesverband Großhandel-Außenhandel & Dienstleistungen Sachsen-Anhalt e.V.
  • Gesamtverband Handwerk Sachsen-Anhalt e. V.
  • Verband Deutscher Privatschulen Sachsen-Anhalt e. V.
  • Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen-Anhalt e.V.
  • Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V.

Unterstützer des Verbändedialogs

Landesvorstand - Öffentlichkeitsarbeit -

Landesvorstand - Öffentlichkeitsarbeit -

Der Landesvorstand des BDS Sachsen-Anhalt besteht aus dem amtierenden und stellv. Vorsitzenden. Hier veröffentlichte Beiträge werden gemeinschaftlich erarbeitet. Bei Fragen kontaktieren Sie uns unter info@bds-sa.de oder direkt bei WhatsApp!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Are you human? Please solve:Captcha